

Willkommen auf unserer Seite
Klartext Schule ist ein Ratgeber, Leitfaden und eine praktische Hilfestellung für Eltern, deren Kinder als Schulkinder nicht mehr ins System passen.
Manche Kinder sind "anders" und fallen durch besondere Eigenschaften oder Bedürfnisse auf – das nehmen wir in den Blick und unterstützen Sie bei der Kommunikation mit der Schule.
Eine Seite von Ann-Katrin Lorenzen und Anne Kirchenknopf
Zusammen sind wir .de

Ann-Katrin Lorenzen
Berufsschullehrerin, verheiratet, 2 Kinder.
Mit einem breiten Erfahrungsschatz aus der Hotelbranche sowie als studierte Berufsschullehrerin für Hotel- und Gastronomieberufe und 20 Jahren Unterrichtserfahrung als Fach- und Klassenlehrerin und Beratungslehrerin, habe ich im Laufe der Jahre eine Vielzahl an Kompetenzen in der Kommunikation und Beratung entwickelt. Diese Fähigkeiten ergänze ich durch stetige Fortbildungen mit den Schwerpunktthemen Achtsamkeit, Sucht- und Mobbingprävention, Spielepädagogik, Partizipation und Demokratieförderung. In meiner Freizeit reise ich gern mit meiner Familie nach Schweden und seit meiner Kindheit bin ich Mitglied im Amateurtheater "Volksspielbühne Rissen". Ich war 3 Jahre lang Elternvertreterin an der Stadtteilschule Rissen, davon 1 Jahr im Elternrat und bin seit 2 Jahren Mitglied des Elternrates am Gymnasium Rissen in Hamburg.
Ich brauche Informationen. Eine Meinung bilde ich mir selbst.
Charles Dickens
Anne Kirchenknopf
Betriebsmanagerin, verheiratet, 2 Kinder
Ausbildungsbeauftragte im Handwerk.
Leitfaden bei Lernauffälligkeiten
​​​​​Wenn Auffälligkeiten sichtbar werden...
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Zuerst ein Definitionsversuch für "Auffälligkeiten".
Auffälligkeiten im Schulalltag können ganz unterschiedlich aussehen, zum Beispiel:
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Schwierigkeiten, Regeln einzuhalten
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schnelle Überforderung oder innere Unruhe
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häufiges Aufstehen oder Ablenken anderer
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Schwierigkeiten beim Starten von Aufgaben
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Tagträumen, starker Gerechtigkeitssinn oder intensive Diskussionen
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Langeweile oder Rückzug
Diese Verhaltensweisen sind in den meisten Fällen nicht bewusst gesteuert.
Dahinter können unterschiedliche Facetten liegen, wie zum Beispiel:
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ADHS / ADS
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Autismus-Spektrum (z. B. Asperger)
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Hochbegabung (HB)
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Hochsensibilität (HSP)
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Tourette-Syndrom (TS)
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psychische Besonderheiten
Diese Vielfalt bringt nicht nur Herausforderungen, sondern auch große Potenziale mit sich.
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Kinder mit diesen Facetten haben oft besondere Stärken – sei es ein hoher IQ oder EQ, kreative Begabungen oder ungewöhnliche Denkweisen. Diese Ressourcen zu erkennen und zu fördern, ist eine gemeinsame Chance für Familie, Schule und Gesellschaft.
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Häufig sind es Lehrkräfte, die den ersten Hinweis geben, dass ein Kind andere Lernbedarfe oder Verhaltensweisen zeigt. Manchmal spüren Eltern selbst Veränderungen – sei es durch Unruhe, Rückzug oder andere Signale. Es kann aber auch sein, dass zu Hause alles ganz „normal“ wirkt, während die Schule herausfordernde Situationen erlebt.
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Wichtig ist:
All das bedeutet nicht automatisch ein Problem. Es ist vielmehr ein Hinweis, dass ein Kind Unterstützung braucht – und dass Schule, Elternhaus und ggf. Fachleute gemeinsam passende Wege entwickeln können.
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Ein herzliches Dankeschön gilt an dieser Stelle allen Lehrkräften, die aufmerksam hinschauen und Eltern einbeziehen. Das ist eine wertvolle Grundlage für eine gelingende Zusammenarbeit. Für Lehrkräfte ist das oft eine Aufgabe, die über die reguläre Aufgabenbeschreibung hinausgeht. Es kann passieren, dass Lehrkräfte es ablehnen, Maßnahmen umzusetzen, die über ihre Dienstzeit oder das normale Pensum hinausgehen. Trotzdem können Sie als Eltern diese Leistung fordern, besonders wenn es um Maßnahmen des Nachteilsausgleichs geht. Bleiben Sie sachlich und sicher und zeigen Sie gleichzeitig Verständnis für die Sorge der Mehrbelastung und Dankbarkeit, wenn Lehrkräfte bereit sind, Ihr Kind zu unterstützen. Bringen Sie sich auch ein und fragen Sie, wie Sie Maßnahmen begleiten können.

Die nächsten Schritte
Der Weg in die Kommunikation
1. Kommunikation
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Nehmen Sie die Hinweise von Lehrkräften ernst – und hören Sie auch auf die Signale Ihres Kindes.
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Bitten Sie um konkrete Hilfestellungen und fragen Sie nach Unterstützungsmöglichkeiten.
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Handeln Sie parallel, ohne Zeit zu verlieren – Prozesse können dauern, frühzeitige Schritte helfen.
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Beziehen Sie ggf. die Klassenelternvertreter:innen und den Elternrat mit ein.

Nutzen sie unseren Kommunikationsleitfaden
2. Fachliche Unterstützung
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Scheuen Sie sich nicht davor – Psycholog:innen sind wertvolle Partner, die Kindern und Familien helfen können. Fragen Sie gern Ihre Kinderärzt:innen nach Empfehlungen und Adressen.
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Mit einer Diagnose wird die Kommunikation mit der Schule leichter und klarer.
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Kinder fühlen sich dabei oft ernst genommen und gestärkt, weil sie ihre Sicht schildern können.
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Auch Eltern erhalten neue Einblicke, die den Alltag erleichtern können.
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Vorab, die Kinder und Jugendpsycholog:innen haben häufig Aufnahmestopp. Machen sie deshalb jetzt schon jetzt einen Termin, denn die Wartezeiten können 6 -12 Monate betragen. Absagen kann man immer (kein schlechtes Gewissen, diese Termine werden auch kurzfristig an die Familien auf der Warteliste vergeben!).
Eine sorgfältige Diagnose durch Kinder- und Jugendpsycholog:innen ist einer der wichtigsten Schritte im Schulwesen.
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Eine sorgfältige Diagnose durch Kinder- und Jugendpsycholog:innen ist einer der wichtigsten Schritte - im Schulwesen für einen Nachteilsausgleich

Ohne Diagnose handelt die SCHULE im Regelfall nicht!
3. Nachteilsausgleich
Was bedeutet Nachteilsausgleich?
Um Kindern faire Lernbedingungen zu ermöglichen, sieht das Schulgesetz den sogenannten Nachteilsausgleich vor. Damit können schulische Rahmenbedingungen angepasst werden, sodass Kinder ihre Fähigkeiten besser zeigen können.
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Informationen der Stadt Hamburg: Nachteilsausgleich – hamburg.de
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Praktische Handreichung für Schulen: Nachteilsausgleich BSB (Hamburger Schulbehörde)
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Ziel von Nachteilsausgleich
Das Ziel ist es, die Stärken sichtbar zu machen. Schon kleine Anpassungen oder klare Absprachen können eine große Wirkung haben.
4. Kommunikation
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Führen Sie Gespräche mit der Klassenleitung, den Inklusionsbeauftragten oder dem Beratungsteam der Schule.
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Der Nachteilsausgleich wird individuell an die Bedürfnisse Ihres Kindes angepasst.
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Wichtig: Bleiben Sie in regelmäßigem Austausch und dokumentieren Sie Absprachen.
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Feedback- oder Entwicklungsgespräche helfen, Anpassungen vorzunehmen und den Prozess lebendig zu halten.
Eine präzise Diagnose durch Kinder- und Jugendpsycholog:innen ist ein entscheidender Schritt im Schulwesen, um einen Nachteilsausgleich zu ermöglichen. Sie hilft dabei, die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler besser zu verstehen und angemessene Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln. So wird sichergestellt, dass alle Kinder die bestmöglichen Chancen auf Bildung und Entwicklung erhalten.

Mut für neue Perspektiven
​Schule sollte ein Ort sein, an dem jedes Kind willkommen ist – mit seinen Besonderheiten, Fähigkeiten und Bedürfnissen. Gemeinsam können Eltern, Lehrkräfte und Fachleute dazu beitragen, dass Kinder ihren Weg selbstbewusst gehen.
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Unsere gesellschaftlichen Ziele:
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Kinder sollen so lange wie möglich von einer umfassenden Schulbildung profitieren können.
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Jede Entwicklungsphase, gerade die Pubertät und Jugend, ist wertvoll und bietet Chancen.
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Lernen darf individuell sein, damit Kinder ihre Ressourcen entfalten können.
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Kinder sind unsere wichtigste Ressource
Kinder sind Individuen, deren Begabung es zu entdecken gilt
Kinder sind individuelle Persönlichkeiten, die einzigartige Stärken und Talente besitzen. Es gilt, diese durch aufmerksames Beobachten ihrer Interessen zu entdecken, um sie individuell zu fördern und zu stärken, statt sie in vorgefertigte Schubladen des Schulsystems zu stecken.
Wir sollten alle genauer hinsehen!

Wenn nichts mehr geht...
Veränderung - ein Schritt, der sich lohnt
5. Stillstand
​​​Sie haben gefühlt alles versucht und sind dennoch gescheitert?
Das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und der Schule ist zerrüttet?
Ihr Kind macht nicht mehr mit und/oder hat aufgegeben?
Ihnen fehlt Zeit und Energie, um weiter zu kämpfen?
Wichtige Fristen sind abgelaufen?
Die Zeitfenster sind zu knapp?
Die Belastung auf Ihr Familiensystem ist zu groß?
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Manchmal braucht es eine achtsame Betrachtung der Situation oder ganz einfach eine Pause. Halten Sie inne und treten innerlich einen Schritt zurück. Atmen Sie tief durch und überlegen Sie, ob das ursprüngliche Ziel für Sie noch erkennbar ist. Wie geht es Ihnen und ihrem Kind? Wofür lohnt es sich, zu kämpfen und was können Sie vielleicht loslassen? Besprechen Sie dies auch mit Ihrem Partner und Kind und ggf. Psycholog:innen oder anderen Berater:innen und Unterstützer:innen. Welche Alternativen gibt es für Sie, wenn sich das ursprüngliche Ziel nicht erreichen lässt? Die folgende Mutmachbroschüre mit Reflexionsfragen kann hilfreich sein, um sich neu zu sortieren und mutig nach Vorne zu schauen.
Linksammlung und Quellennachweis
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In Hamburg gibt es verschiedene kostenfreie öffentliche und schulische Anlaufstellen:
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ReBBZ Regionale Bildungs- und Beratungszentren für alle Schulbeteiligten
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SIZ – Schulinformationszentrum Hamburg (Beratung zu Schullaufbahn, Schulwechsel und besonderen Fragen).
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Elternkammer Hamburg – Informationen und Positionen zu Themen wie Teilleistungsstörungen (LRS, Dyskalkulie).
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Außerunterrichtliche Lernhilfen (AUL) – Infos zu Fördermöglichkeiten bei LRS/Dyskalkulie in Hamburg.
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Leben mit Behinderung Hamburg e.V. – Elternverein für Familien mit Kindern mit Behinderung oder besonderem Förderbedarf.
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Pestalozzi-Stiftung Hamburg – Ambulante Hilfen und pädagogische Unterstützung für Familien.
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Unlimited Kids e.V. bietet vielseitige Unterstützung für Familien, Kinder, Jugendlichen und Menschen, die von ADS, ADHS,Autismus oder die von Neurodivergenz betroffen sind.​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​














